Bad Honnef-Süd – ein Naturkleinod zwischen Stadt und Landschaft
Bad Honnef-Süd liegt im Süden von Bad Honnef, eingerahmt von Lichweg, Ruine, Schloss Hagerhof, Honnefer Graben mit Bachlauf, Linzer Straße, Dellenweg und Afelspfad. Zwischen den Straßen stehen vereinzelt Wohnhäuser und FortaFin. Ansonsten besteht das Gebiet aus hunderten kleineren und größeren Grundstücken, deren Grenzen in der Landschaft oft kaum zu erkennen sind.
Noch in den 50er- und 60er-Jahren wurde das Gelände landwirtschaftlich genutzt – zum Beispiel für Spargel-, Kartoffel- und Erdbeeranbau. Daneben gab es zahlreiche Kleingärten für den privaten Gemüse- und Obstanbau sowie etliche Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen, darunter die wohlschmeckenden Schattenmorellen.
Ab den 60er-Jahren – verstärkt in den 70er- und 80er-Jahren – wurden Gemüseanbau und Obstnutzung weitgehend eingestellt. Viele Felder und Obstwiesen wurden zu Pferdeweiden. Heute werden diese Flächen nur noch extensiv genutzt, kaum oder gar nicht gedüngt. Das Ergebnis:
Eine besonders reichhaltige Insektenfauna und eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt.
Viele Grundstücke wurden sich selbst überlassen. Büsche, Bäume und Kräuter breiteten sich aus, gesät von Vögeln oder Eichhörnchen. Bis heute hat sich so ein hochstrukturierter, vielfältiger Aufwuchs entwickelt – mit Bäumen und Büschen bis zu 70 Jahre alt, eingebettet in großflächige, nur extensiv genutzte Wiesen. Die Pflanzen passen sich dabei den sandig-lehmigen Bodenverhältnissen der Mittelterrasse des Rheins an – mal trocken, mal mit Staunässe.
Dieses Gebiet ist in Mitteleuropa und selbst am Naturschutzgebiet Siebengebirge etwas Besonderes.
Die meisten Wälder hierzulande bestehen aus forstwirtschaftlich genutzten Monokulturen, oft nur eine Baumart gleichen Alters, mit wenig Unterwuchs. In Bad Honnef-Süd hingegen ist die Artenvielfalt enorm. Auch durchgewachsene Weihnachtsbaumgruppen existieren noch – manche Fichten sind abgestorben, stehen aber aufrecht und bieten Vögeln wie Spechten Nahrung.
Durch Bad Honnef-Süd führen ein asphaltierter und ein geschotterter Feldweg, die auch bei feuchtem Wetter begehbar sind. Daneben gibt es viele unbefestigte Pfade. Hier kann man joggen, Fahrrad fahren, spazierengehen, Hunde ausführen, Kinderwagen schieben, Kinder spielen lassen, Pferde besuchen, mit dem Rollator unterwegs sein oder auf Bänken im Grünen ausruhen – und das alles ohne Auto und ohne steile Anstiege.
Bad Honnef-Süd ist ein echtes Kleinod – ein Ort für Erholung, Naturerleben und Artenvielfalt, mitten zwischen Stadt und Landschaft.
Text und Fotos: Dr. Ulrike Friedrich, Januar 2026
Grafik: Grünes Band Bad Honnef
